Grundausbildung
In der Imkerei gibt es eine Menge zu lernen. Vieles davon geschieht nebenbei, wenn man also an den Bienen arbeitet. Anderes kann man aber besser von erfahrenen Imkern lernen. So haben wir ein Lehrjahr bei einem befreundeten Imker absolviert, bei dem wir auch unsere Karla Marx herangezogen haben. Aber auch dort lernt man noch nicht alles, daher ist es sehr erfreulich, dass es für Neuimker eine Grundausbildung gibt. Diese wird vom Landesverband Westfälischer und Lippischer Imker veranstaltet. Buchbar ist sie über die Webseite der Imkerakademie.
Die Imkerakademie bietet außerdem noch einen Kurs zur Erlangung des Sachkundenachweis Honig an. Dieser ist nötig, um Honig im D.I.B.-Glas verkaufen zu dürfen.
Wer Interesse an etwas Basiswissen über Bienen und Honig hat, sollte sich also mal bei der Imkerakademie umschauen.
In der Kategorie [ Anfänger ] - 2018-11-01 18:27Karla im Herbst
Das rote Volk rund um Karla Marx hat uns noch bis Mitte Oktober quasi die Haare vom Kopf gefressen. Jede neue Portion Futtersirup, die wir angeboten haben, wurde kurzerhand aufgeschlürft. Dank des guten Wetters konnte auch bis über die Monatsmitte hinaus Pollen gesammelt werden. Ich hatte zwischenzeitlich schon etwas Angst, dass die Beute zu klein, das Brutnest also verhonigt würde. Spricht man bei der Winterfütterung eigentlich vom verhonigen?
Wie auch immer, es scheint alles gut gegangen zu sein. Ich habe gerade zum wahrscheinlich letzten Mal für dieses Jahr die Beute aufgemacht, um die Futtergefäße zu entfernen und den dadurch entstandenen Platz durch zwei Mittelwände jeweils an den Außenwänden aufzufüllen. Dabei habe ich mir auch noch einen letzten Überblick über das Volk verschafft. Es gab Stifte, Maden, verdeckelte Brut, viele Bienen, eine Karla Marx und viel Futter.
Aber wie viel ist denn “viel Futter”? Das lässt sich gar nicht so einfach bestimmen. Ich wollte das Volk nicht so sehr stressen, alle Waben zu ziehen und die Futtereinheiten zu zählen. Daher habe ich es gewogen. Schließlich soll man so auch herausfinden können, wie viel Futter in einem Volk ist. Aber wie geht das nun genau?
Wiegen
Wiegen kann man ein Volk relativ einfach. Man braucht eine Zugwaage, also eine Waage, die man oben halten und unten das Gewicht einhängen kann. Zum Beispiel eine Kofferwaage. Die Waage hängt man dann einmal links und einmal rechts (oder vorne und hinten) unter den Boden und zieht so lange, bis man die Beute gerade anhebt. Dann ließt man die Waage ab. Die beiden Gewichte von links und rechts (oder vorne und hinten) werden zum Gesamtgewicht addiert. In unserem Fall waren es links 10,9 kg und rechts 11,4 kg, zusammen also 22,3 kg. Jetzt wissen wir zwar, wie schwer die Beute ist, aber noch immer nicht, wie viel Futter darin ist. Daher geht es nun zum zweiten Schritt, dem Rechnen.
Rechnen
Um die Futtermenge zu berechnen, brauchen wir noch einige weitere Angaben. Karla Marx residiert in einer einzargigen Deutsch-Normal-Beute auf einem hohen Gitterboden. Der Boden wiegt ca. 2500 g, der Holzdeckel 2250 g und die Blechhaube noch einmal 1820 g. Dazu kommt die eigentliche Zarge mit ca. 3500 g. Ein Rähmchen (Hoffmann-modifiziert) mit Mittelwand schlägt mit ungefähr 270 g zu Buche. Eine leere Zarge, wie wir sie einsetzen, bringt somit rund 12,7 kg auf die Waage.
Die Differenz zu meinen gewogenen 22,3 kg ist allerdings nicht allein Futter. Die Bienen haben die Mittelwände ausgebaut, es gibt noch etwas Brut, etwas Pollen und die Bienen selbst natürlich auch.
Ein ausgebautes Rähmchen unserer Bauart wiegt ca. 350 g, also 80 g mehr als eine unausgebaute Mittelwand. Bei 8 Waben kommen somit nochmal rund 640 g zusammen.
Die nächste Schwierigkeit ist es, das Gewicht für Brut und Bienen zu ermitteln. Man soll pro 10 Bienen mit ca. 1 g Rechnen. Das Bienenjournal stellt eine hilfreiche Tabelle zur Verfügung, die Mengen und Gewichte pro Einheit beschreibt. Eine Einheit ist dabei ein Achtel einer Wabenseite. Mehr zu dieser Messmethode. Bei der Durchsicht eben habe ich ca. 100 Einheiten Bienen gesehen, also ungefähr 1,1 kg. Rechnet man dann noch etwas für Brut dazu, kommt man zusammen mit dem Wabenausbau von vorherigen Abschnitt auf 2 kg.
Rechnen man nun alles zusammen, also die rund 12,7 kg für die leere Zarge plus die 2 kg für Bienen, Brut und Wachs und zieht das von den gewogenen 22,3 kg ab, landet man bei 7,6 kg Futter.
Bewerten
7,6 kg Futter sind wohl auch für einen Ableger etwas zu wenig. Daher werden wir das Gewicht weiter beobachten und gegebenenfalls mit Futterteig nachfüttern.
Fazit
Wenn man erst einmal die Berechnung der Gewichte beisammen hat, geht das Wiegen selbst und die anschließende Berechnung des Restfutters schnell von der Hand und ist somit kein großer Aufwand. Das ermöglicht es uns, den spät erstarkten Ableger, der wahrscheinlich zu wenig Futter eingelagert hat, gut im Auge zu behalten und hoffentlich erfolgreich über den Winter zu bringen.
In der Kategorie [ Anfänger ] - 2018-10-28 14:43Stand der Dinge bei Karla Marx
Räuberei ist etwas, was wir bisher noch nicht kennengelernt haben. Umso schwieriger ist es aktuell für uns, zu beurteilen, was bei unserem Ableger passiert. Wir haben ihn im Laufe der letzten Tage zwei Mal mit jeweils ca. 1kg Futter gefüttert. Das Flugloch war dabei sehr klein, gerade mal einen Zentimeter. Tagsüber haben wir immer wieder das Flugloch beobachtet und dabei beide den Eindruck gewonnen, dass sehr viel Flugbetrieb herrscht, es gelegentlich auch zu regelrechten Staus am Flugloch kommt. Daher haben wir irgendwann das Flugloch etwas vergrößert. Das war aber wohl nicht die beste Idee, denn Sie hatte nach wenigen Stunden mit dem großen Flugloch sehr viel Betrieb und auch einige Kämpfe vor der Beute beobachtet. Das war mit großer Wahrscheinlichkeit Räuberei. Als Gegenmaßnahme haben wir umgehend das Flugloch wieder auf die Breite einer Biene verkleinert.
Allerdings hatten wir auch in den Tagen danach immer wieder den Eindruck, dass fremde Bienen räubern wollen. Manche Bienen schwirrten von links nach rechts und wieder zurück immer wieder vor dem Flugloch umher, als wüssten sie nicht so recht, wo denn der Eingang sei. Das sei wohl ein Anzeichen für fremde Bienen. Oder waren es Jungbienen, die sich einflogen?
Auch kam es gelegentlich dazu, dass eine Biene wieder aus dem Flugloch verjagt wurde. Seltsam war nur, dass sie dann ein paar Minuten später doch herein gelassen wurde. Richtige Kämpfe haben wir nicht mehr gesehen.
Da wir uns nach der einen großen Attacke etwas unsicher waren, ob in der Beute noch alles mit rechten Dingen zugeht, haben wir einmal reingeschaut, um die Bruttätigkeit der Königin zu kontrollieren. Als wir den Deckel abhoben, flogen direkt einige Bienen von unten gegen die Folie. Auch das soll wohl ein Zeichen sein, dass sich fremde Bienen im Stock befinden. Oder Bienen, die noch nicht so lange im Stock sind. Und unser Ableger ist ja noch keine zwei Wochen alt.
Als wir heute noch nach unserer Königin Karla Marx schauen wollten (beim ersten Mal haben wir den Eingriff direkt abgebrochen, als wir Stifte entdeckt haben), haben wir auch einen Blick auf die Waben geworfen. Bei einigen Bienen hatten wir irgendwie den Eindruck, dass sie nicht zum Volk gehören. Aber es waren keine Futterwaben aufgerissen, wie es bei Räuberei wohl passieren würde, und auch von unserem Futter war noch etwas in den Futterbehältern. In einem Forum haben wir gelesen, dass es durchaus vorkommen kann, dass Völker fremde Bienen mitessen lassen, solange es nicht zu viele werden.
Fazit
Wir haben in den letzten Tagen einiges über Räuberei gelernt und sind mittlerweile der Meinung, dass wir ein kurzes Mal eine Räuberei hatten, seitdem aber maximal noch einige wenige fremde Bienen kommen, aber geduldet werden. So lange unsere Königin weiterhin schön stiftet, das Volk munter Pollen einträgt und ausreichend Futter vorhanden ist, wird es ihm wohl nicht so schlecht gehen. Wir werden es nun ein paar Tage in Ruhe lassen, um dann gegebenenfalls noch mal etwas Futter zu geben.
Dicker Brummer
Eine Besonderheit hatten wir noch vor einigen Tagen. Ein dicker Brummer flog vor der Beute herum, versuchte, herein zu kommen und wurde irgendwann auch hereingelassen. Aber dieser Kamerad war doch etwas ungewöhnlich. Viel größer als eine normale Biene, dunkel, fast komplett schwarz, mit sehr langen, dicken Hinterbeinen. Aber doch noch immer einer Biene recht ähnlich. Könnte das eine dunkle Biene gewesen sein? Sind diese viel größer als Carnica? Wir werden das weiter verfolgen. Vielleicht finden wir irgendwann noch heraus, um was für ein Tier es sich bei unserem Besucher gehandelt hat.
In der Kategorie [ Anfänger ] - 2018-09-02 20:22Der Ableger nach dem Umzug - Formalia
Unser Ableger ist bei uns angekommen. Da er aus den Resten Dreier gescheiterter Ableger sowie einem Begattungskästchen mitsamt Königin besteht, kamen wir irgendwie auf den Spruch:
Restbienen aller Ableger, vereinigt euch!
Lustiger Weise ist dieses Jahr die Farbe Rot angesagt, um Königinnen zu zeichnen. Daher schien uns der Name Karla Marx für die erste Königin bei uns zu Hause ganz passend. Sicher werden wir nicht allen Königinnen einen Namen geben, aber bei der ersten schien uns das doch ganz passend. Nun hoffen wir, dass wir Karla und ihre Genossen durch den Winter bekommen. Unser Pate hat uns schon darauf vorbereitet, dass wir sehr wahrscheinlich kein Glück haben werden, aber wir möchten es trotzdem versuchen. Wir können nur lernen, und das bisschen Futter, was wir eventuell verlieren, wird uns auch nicht schaden. Das ist es uns wert. Karla FTW!
Formalia
Doch was muss man eigentlich beachten, wenn man Bienen von einem Stand an einen anderen Standort umzieht?
Zunächst einmal muss geprüft werden, ob die Bienen in einem Sperrbezirk, z.B. wegen der amerikanischen Faulbrut, stehen. Denn für solche Sperrbezirke gelten besondere Regeln. Es kann beispielsweise sein, dass aus solchen Sperrbezirken keine Völker herausgebracht werden dürfen. Die für einen Sperrbezirk geltenden Regeln lassen sich beim Kreisveterinäramt erfahren.
Im zweiten Schritt muss geprüft werden, ob man innerhalb des Zuständigkeitsbereichs des Veterinäramts bleibt. Werden Bienen aus einem Zuständigkeitsbereich in einen anderen verbracht, müssen sie vorher durch den Amtsveterinär oder einen Bienensachverständigen untersucht werden. Die Untersuchung wird in einem Gesundheitszeugnis dokumentiert. Damit wird verhindert, dass Krankheiten eingeschleppt werden.
Nach dem Umzug der Völker geht es mit dem dritten Schritt, der Meldung des Bienenvolks am neuen Bienenstand an das zuständige Veterinäramt, weiter. In unserem Fall gibt es dafür ein Formular auf der Webseite der Kreisverwaltung, welches alle erforderlichen Daten abfragt. Die Meldung ist wichtig, damit im Fall einer ansteckenden Krankheit das Veterinäramt weiß, wo noch weitere Bienen stehen, die gefährdet oder sogar schon befallen sein können.
Der vierte und letzte Schritt ist die Meldung an die Tierseuchenkasse. Bei uns ist das die Tierseuchenkasse NRW. Da wir bisher keine Tiere gehalten haben, müssen wir uns bei der Tierseuchenkasse erst einmal neu anmelden. Alle weiteren Meldungen erfolgen dann (wenn ich es richtig verstanden habe) immer zu einem bestimmten Stichtag. Diese Stichtagsmeldungen können aber nur bereits registrierte Tierhalter abgeben.
In der Kategorie [ Anfänger ] - 2018-08-26 16:25Ableger ziehen - der letzte Versuch
Leider war uns das Ablegerglück in diesem Jahr nicht hold. Wir haben drei Mal versucht, einen Ableger zu bilden, und drei Mal hat es nicht geklappt. Leider konnten wir nicht den einen Fehler ausmachen, der unsere Bemühungen vereitelt hat. So konnten wir auch nicht wirklich viel aus diesen Misserfolgen lernen, abgesehen von den Erfahrungen, die wir bei den verschiedenen Ablegerstrategien sammeln konnten. Auch unser Imkerpate ist etwas ratlos. Er berichtet von einer Erfolgsquote von 75%. Unsere Misserfolge hat er so auch noch nicht gesehen.
Nun war es der Fall, dass wir unsere Beute noch immer am Stand unseres Paten hatten. Dort waren auch noch zwei schwache Ableger in Ablegerkisten. Und es gab noch eine Königin in einem Begattungskasten. Daher hat unser Pate angeboten, noch einen letzten, vielleicht ein bisschen verzweifelten Versuch zu unternehmen, aus all diesen Bienen doch noch einen Ableger zu erstellen.
Wir haben dazu das Flugloch der Beute mit Schaumstoff verschlossen. Dann haben wir die kleinen Waben mit Brut aus dem Begattungskasten mit etwas Draht vorsichtig an den Oberträger dreier Rähmchen gebunden, um sie so mit in die Beute zu hängen. Nun wurden nach und nach die Bienen aus den beiden Ablegern in die Beute abgeschlagen. Ein oder zwei Waben, auf denen noch etwas Futter war, haben wir auch mit in die neue Beute übernommen. Zu guter Letzt haben wir die Königin gekäfigt, also in einen kleinen Käfig gesperrt und diesen mit Futterteig verschlossen. Diesen Käfig haben wir dann in die Beute zwischen zwei Rahmen gesteckt. Auf diese Weise ist die Königin für einige Zeit vor den übrigen Bienen im Volk geschützt, kann aber schon ihre Pheromone verbreiten und so die Bienen aus verschiedenen Ursprungsbeuten dazu bewegen, ein neues Volk zu bilden und sie als Königin zu akzeptieren. Die Bienen fressen nach und nach den Futterteig auf, sodass nach vielleicht zwei Tagen die Königin aus dem Käfig gelangt und dann ihr Volk vorfindet und keine Streitigkeiten um die Vormacht mehr austragen muss.
Nachdem so viele Bienen wie möglich in den Kasten gelangt sind, haben wir ihn mit einem Spanngurt verschlossen und in die dunkle Garage gestellt. Dieses Kellerhaft genannte Vorgehen soll den Bienen die Orientierung nehmen, sodass sie, wenn das Flugloch wieder geöffnet wird, nicht versuchen, ihre alte Beute zu finden, sondern stattdessen ihre neue Beute als ihr neues zu Hause akzeptieren.
Ursprünglich war der Plan, die Beute an den zweiten Stand unseres Paten zu bringen, da dort weniger und weniger starke Völker waren, was mögliche Räuberei einschränken könnte. Aus logistischen Gründen haben wir uns dann aber entschieden. die Beute mit zu uns nach Hause zu nehmen. Das mehrmalige Füttern in kleinen Mengen ist auf dem eigenen Grundstück doch einfacher als in einem einige Kilometer entfernten Waldgebiet, dass man nicht per Auto erreichen kann. Was dieser Umzug alles nach sich zieht, werden wir noch berichten.
In der Kategorie [ Anfänger ] - 2018-08-25 13:47Der Ableger ist weg
In den letzten Wochen waren wir immer wieder bei unserem Ableger, um diesen zu füttern. Alle paar Tage haben wir ca. 1 Liter Futtersirup nachgefüllt, und es war auch jedes Mal alles leer. Da wir nicht den üblichen Anfängerfehler machen und ständig Waben ziehen wollten um zu sehen, wie es dem Volk geht, haben wir wirklich nur gefüttert und, wenn es die Lichtverhältnisse noch zuließen, einen vorsichtigen Blick in die Wabengassen riskiert.
Ich hatte die ganze Zeit ein etwas ungutes Gefühl, denn mir war einfach zu wenig los in der Kiste. Der Ableger hatte ja schon zu Beginn keine Mittelwände ausgebaut, was mich damals bereits etwas beunruhigt hat. Da das Futter aber immer aufgenommen und auch eingetragen wurde, habe ich mich von unserem Imkerpaten beruhigen lassen.
Gestern waren wir wegen der Ameisensäurebehandlung der Wirtschaftsvölker wieder am Stand und wollten im Anschluss auch wieder unseren Ableger füttern. Während der Behandlung der Nachbarbeuten habe ich über längere Zeit nur sehr wenig Betrieb am Flugloch feststellen können. Daher haben wir uns entschlossen, beim Füttern auch noch einen kurzen Blick auf die Waben zu werfen. Und es ergab sich ein interessante Bild.
Auf der ersten Wabe waren ein paar Zellen mit Pollen und auch noch einige wenige Zellen mit Futter vorhanden. In einigen Zellen saßen Bienen, sodass nur das Hinterteil herausschaute. Auf der nächsten Wabe das gleiche Bild. Auch die dritte Wabe war leer, ebenso die vierte, fünfte, sechste und siebte. Kein Futter, kein Pollen, keine Brut. Auch war nirgends die erst vier Wochen vorher eingesetzte Königin zu finden. In der ganzen Kiste waren vielleicht 100 Bienen zu sehen. Das war natürlich sehr niederschmetternd. Auch der dritte Versuch, einen Ableger zu bilden, ist fehlgeschlagen.
Nun ging natürlich die Spekulation los, was passiert ist. Räuberei schloss der Imkerpate aus, da die Waben nicht nach Räuberei aussahen. Dies ist wohl sehr gut zu erkennen, da die Waben dann wie aufgeraspelt sind. Die Räuber haben keine Zeit, die Deckel sorgsam zu entfernen, daher werden diese einfach aufgerissen und so viel wie möglich aus der Zelle gesaugt. Unsere Waben sahen aber alle sehr ordentlich aus. Ein Schwarm ist im August sicher auch nicht das Wahrscheinlichste. Daher gab uns die Beobachtung Rätsel auf. Seltsam war, dass das Futter jedesmal komplett aufgenommen wurde. Aber wo war es hin?
Heute kam mir noch der Gedanke, dass es eventuell deshalb keine Räuberei war, da in der Kiste kein Volk wohnte. Eventuell ist die Königin gestorben oder es gab doch einen Schwarm oder das Volk ist aus anderen Gründen weg. Aber wenn es in der Beute kein Volk gibt, welches das Futter verteidigt, müssen sich die Räuber auch nicht beeilen. Und vielleicht sehen die Waben deshalb noch gut aus.
Wahrscheinlich werden wir es nie erfahren. Es bleibt leider der dritte gescheiterte Versuch, einen Ableger zu ziehen. So wie es gerade aussieht, werden wir das kommende Bienenjahr wie das aktuelle starten, nämlich ohne eigenes Volk.
In der Kategorie [ Anfänger ] - 2018-08-22 22:13Noch ein Update zum Ableger
Vor einigen Tagen haben wir unseren neuen Ableger besucht, um zu schauen, wie er sich entwickelt. Zur Erinnerung: Unser eigentlicher Ableger hat sich wohl eine Königin gezogen, mit der er nicht zufrieden war und hat sich daher direkt eine neue Weiselzelle angelegt. Da es uns durch diese späte Nachschaffung zu riskant erscheint, bis zum Winter ein starkes Volk zu bekommen, hat unser Imkerpate kurzerhand einen anderen Ableger, der bereits eine Königin in Eilage hat, in unseren Kasten umgesiedelt. Unser Ableger ist dafür in einen Ablegerkasten gewechselt.
Unsere neue Königin scheint eine ganz nette zu sein. Beim Zeichnen der neuen Königinnen war sie ruhigste. Wir hoffen, dass sich das auch auf das Bienenvolk im nächsten Jahr überträgt.
Bei unserem Besuch vor einigen Tagen haben wir weiteres Futtersirup gegeben und auch geschaut, wie sich der Ableger entwickelt. Dabei haben wir gesehen, dass die neuen Mittelwände nicht ausgebaut wurden. Damit sich das Volk aber vergrößern kann, braucht es den Platz auf den neuen Waben. Daher haben wir einige Mittelwände wieder entfernt und sie durch alte Honigwaben ersetzt. Diese sind schon ausgebaut und müssen maximal noch etwas repariert werden. Das sollte den Bienen aber einfacher von der Hand gehen.
Am vergangenen Donnerstag hat unser Imkerpate Honig geerntet und geschleudert. Wir durften tatkräftig unterstützen und haben so auch einen sehr guten Einblick in diesen Bereich der Imkerei bekommen. Abends haben wir dann noch einen Blick in unseren Ableger geworfen und gesehen, dass nun auch auf den neuen Waben Bienen saßen. Wir haben daher die Hoffnung, dass sie die neuen Waben besser angenommen haben als die unausgebauten Mittelwände.
In der Kategorie [ Anfänger ] - 2018-07-29 14:17Ein Update zum Ableger
Das Glück ist uns nicht hold. Scheinbar mögen uns die Bienen nicht besonders. Aber ich erzähle besser von Anfang an.
Unser Ableger hat sich eine Königin herangezogen. Die Weiselzelle haben wir ja gesehen, und den Ableger dann erst ein mal in Ruhe gelassen. Nach dem berechneten Termin des Schlupfes der Königin plus ein paar Tage für den Hochzeitsflug plus ein paar weitere Tage als Sicherheit haben wir allerdings keine Brut gefunden. Und auch keine Königin. Dafür aber eine neue Weiselzelle. Scheinbar mochte das kleine Bienenvolk die Königin nicht so besonders, sodass sie lediglich für ihre Nachfolgerin sorgen durfte und dann schon wieder von der Bühne abtreten musste. So versuchen wir uns das Beobachtete zu erklären.
Prinzipiell ist es ja kein Problem, dass sich ein Volk eine neue Königin zieht, wenn sie mit der alten Königin nicht zufrieden ist. Allerdings stimmt der Zeitpunkt Mitte Juli schon recht bedenklich. Denn die neue Königin braucht noch eine Woche bis zum Schlupf, dann nochmals einige Tage für den Hochzeitsflug. Einige Völker unseres Bienenpaten haben schon angefangen, ihre Drohnen aus dem Stock zu jagen, daher sinkt sicher die Anzahl der Drohnen an den Drohnensammelplätzen, und damit auch die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Begattung der Königin. Und wenn sie dann erfolgreich begattet werden sollte, ist es auch schon August. Da ist dann nicht mehr viel Zeit, um ein starkes Volk aufzubauen, das es durch den Winter schafft.
Damit wir aber zum Jahresende ein Volk mit nach Hause nehmen können, haben wir einen anderen Ableger, der eine Königin gezogen hat, in unsere Kiste umgezogen. Der Ableger saß vorher auf drei Waben in einem Ablegerkasten. Wir haben dann einige Mittelwände hinzugehängt, mit etwas Futtersirup gefüttert und das Flugloch sehr klein gemacht. Nun hoffen wir, dass der neue Ableger mit Königin die Mittelwände ausbaut und so die Möglichkeit schafft, genug Bienen für die Überwinterung zu ziehen.
Es bleibt also spannend, wie sich die beiden Ableger entwickeln. Gibt es noch eine Königin? Wird diese noch ein überwinterungsfähiges Volk schaffen? Und nimmt der zweite Ableger unsere Kiste an und baut diese aus? Oder mögen die Bienen uns tatsächlich nicht und möchten nicht zu uns ziehen? Man wir sehen…
In der Kategorie [ Anfänger ] - 2018-07-22 14:08Schlechtes Jahr für Königinnen
Terminlich stand heute das Käfigen der Königinnen auf dem Zuchtrahmen an. In dieses Rahmen hatten wir ja von einigen Tagen ganz junge Maden gepackt, damit das Patenvolk daraus Weiselzellen macht. Diese Weiselzellen sollten heute mit Käfigen versehen werden, damit die erste geschlüpfte Königin nicht alle anderen Königinnen zerstört.
Leider bot sich beim Anblick des Zuchtrahmens ein etwas ernüchternder Anblick. Nur zwei Zellen waren verschlossen, und diese Verschlüsse sahen eher nach Wildbau als nach Weiselzellen aus. Da wir aber nicht feststellen konnten, ob nicht doch eine Königin in der Zelle war, haben wir den Wildbau auf Käfiggröße zurückgeschnitten und dann zwei Käfige angebracht. Die Hoffnung, dass es zumindest zwei Königinnen gibt, ist noch nicht ganz aufgegeben. Aber wir freunden uns bereits mit dem Gedanken an, dass der Termin auf der Belegstelle am kommenden Sonntag eher eine Besichtigung wird.
Dass es ein schwieriges Jahr für Koniginnen ist, hat sich bei der Durchsicht der Ableger bestätigt. Nur einer der drei Ableger hat eine begattete Königin, die nun in Eilage ist. Unser Ableger ist leider noch immer weisellos. Und da wir auch nur wenig Hoffnung haben, aus dem Zuchtrahmen eine Königin zu bekommen, haben wir heute aus einem ertragsstarken und sehr ruhigen Volk erneut eine Brutwabe mit kleinen Maden entnommen und in unseren Ableger gehängt. Vielleicht klappt es ja im zweiten Anlauf.
In der Kategorie [ Anfänger ] - 2018-06-07 19:33Ein paar Informationen
Das Internet mit seinen unendlichen Weiten ist voller Informationen. Aber manchmal ist es ja auch ganz nett, wenn man nicht in jeden Winkel schauen muss, um ein paar interessante Sachen zu finden. Daher wollen wir von Zeit zu Zeit ein paar Links posten, die wir interessant finden, die uns geholfen haben oder die einfach bemerkenswert sind.
Den Anfang machen möchten wir heute mit etwas Infotainment, nämlich dem Youtuber Marvin alias BeeTV84. Er hat über die Jahre eine beachtliche Sammlung an Videos erstellt, die viel Wissen über das, aber auch einfach Lust am Imkern vermitteln. Einfach mal reinschauen.
Über den gleichen Kanal sendet Ralf, auch bekannt als der Selbstversorger. Bei ihm geht es nicht nur um Bienen, sondern um ein breites Spektrum an Themen rund um Gartenbau, Landwirtschaft oder auch Tierhaltung. Ralf kommt manchmal recht unorthodox daher, aber ein unverstellter Blick und der Wille, Sachen auszuprobieren und auch aus Fehlschlägen zu lernen, macht den Kanal genauso informativ wie er unterhaltsam ist.
Als drittes möchten wir noch auf den wöchentlichen Newsletter hinweisen, der von verschiedenen Bieneninstituten betreut wird. Der Newsletter erscheint zweiwöchentlich und enthält interessante, oftmals brandaktuelle Informationen. Den Newsletter kann man per E-Mail, z.B. bei Apis e.V., abonnieren.
In der Kategorie [ Anfänger ] - 2018-06-05 18:29