Leider war uns das Ablegerglück in diesem Jahr nicht hold. Wir haben drei Mal versucht, einen Ableger zu bilden, und drei Mal hat es nicht geklappt. Leider konnten wir nicht den einen Fehler ausmachen, der unsere Bemühungen vereitelt hat. So konnten wir auch nicht wirklich viel aus diesen Misserfolgen lernen, abgesehen von den Erfahrungen, die wir bei den verschiedenen Ablegerstrategien sammeln konnten. Auch unser Imkerpate ist etwas ratlos. Er berichtet von einer Erfolgsquote von 75%. Unsere Misserfolge hat er so auch noch nicht gesehen.
Nun war es der Fall, dass wir unsere Beute noch immer am Stand unseres Paten hatten. Dort waren auch noch zwei schwache Ableger in Ablegerkisten. Und es gab noch eine Königin in einem Begattungskasten. Daher hat unser Pate angeboten, noch einen letzten, vielleicht ein bisschen verzweifelten Versuch zu unternehmen, aus all diesen Bienen doch noch einen Ableger zu erstellen.
Wir haben dazu das Flugloch der Beute mit Schaumstoff verschlossen. Dann haben wir die kleinen Waben mit Brut aus dem Begattungskasten mit etwas Draht vorsichtig an den Oberträger dreier Rähmchen gebunden, um sie so mit in die Beute zu hängen. Nun wurden nach und nach die Bienen aus den beiden Ablegern in die Beute abgeschlagen. Ein oder zwei Waben, auf denen noch etwas Futter war, haben wir auch mit in die neue Beute übernommen. Zu guter Letzt haben wir die Königin gekäfigt, also in einen kleinen Käfig gesperrt und diesen mit Futterteig verschlossen. Diesen Käfig haben wir dann in die Beute zwischen zwei Rahmen gesteckt. Auf diese Weise ist die Königin für einige Zeit vor den übrigen Bienen im Volk geschützt, kann aber schon ihre Pheromone verbreiten und so die Bienen aus verschiedenen Ursprungsbeuten dazu bewegen, ein neues Volk zu bilden und sie als Königin zu akzeptieren. Die Bienen fressen nach und nach den Futterteig auf, sodass nach vielleicht zwei Tagen die Königin aus dem Käfig gelangt und dann ihr Volk vorfindet und keine Streitigkeiten um die Vormacht mehr austragen muss.
Nachdem so viele Bienen wie möglich in den Kasten gelangt sind, haben wir ihn mit einem Spanngurt verschlossen und in die dunkle Garage gestellt. Dieses Kellerhaft genannte Vorgehen soll den Bienen die Orientierung nehmen, sodass sie, wenn das Flugloch wieder geöffnet wird, nicht versuchen, ihre alte Beute zu finden, sondern stattdessen ihre neue Beute als ihr neues zu Hause akzeptieren.
Ursprünglich war der Plan, die Beute an den zweiten Stand unseres Paten zu bringen, da dort weniger und weniger starke Völker waren, was mögliche Räuberei einschränken könnte. Aus logistischen Gründen haben wir uns dann aber entschieden. die Beute mit zu uns nach Hause zu nehmen. Das mehrmalige Füttern in kleinen Mengen ist auf dem eigenen Grundstück doch einfacher als in einem einige Kilometer entfernten Waldgebiet, dass man nicht per Auto erreichen kann. Was dieser Umzug alles nach sich zieht, werden wir noch berichten.