Königinnenzucht
Wir waren vor einigen Tagen wieder bei unserem Imkerpaten, um den nächsten Schritt der Königinnenzucht zu vollziehen. Wir hatten bereits vor einigen Tagen einen Sammelbrutableger gebildet, und nach der Berechnung unseres Paten stand nun das Brechen der vorhandenen Weiselzellen sowie das Besetzen der künstlichen Weiselzellen mit Larven an. Dazu wurde das Volk Wabe für Wabe durchgesehen, um auch ja keine Weiselzelle zu übersehen. Warum, werde ich gleich noch erklären.
Nach der gründlichen Durchsicht haben wir aus einem anderen Volk, dessen Verhalten und Honigertrag den Ansprüchen unseres Imkerpaten genügte, eine Wabe entnommen, auf der noch sehr junge Larven zu finden waren. Diese möglichst jungen und daher noch sehr winzigen Larven wurden mit Hilfe eines Umlarvlöffels aus den Zellen entnommen und in künstliche Weiselzellen gesetzt. Dazu gibt es ein spezielles Rähmchen, auf dem acht dieser künstlichen Weiselzellen Platz finden. Dieses Rähmchen wurde dann in den Sammelbrutableger eingesetzt, damit die Larven von den Bienen dort versorgt werden. Die Spenderwabe ging zurück in das Volk, aus dem sie entnommen wurde.
Sind die Weiselzellen später verdeckelt, wird ein spezieller Käfig über die Zellen gestülpt, sodass die Königinnen, wenn sie schlüpfen, eingesperrt sind. Dies ist deshalb wichtig, da die erste neu geschlüpfte Königin andernfalls die übrigen Weiselzellen zerstören und die anderen Königinnen abstechen würde. Daher ist es auch wichtig, dass im Volk selbst keine Königin vorhanden ist, da diese sonst alle Bemühungen zunichte machen könnte. Eine übersehene und nicht gebrochene Weiselzelle aus dem Sammelbrutableger, und die Königinnenzucht schlägt fehl.
Motivation
Aber warum dieses komplizierte Vorgehen? Nun, in einem Sammelbrutableger hat man Brutwaben verschiedener Völker. Das zusammengewürfelte Volk versucht, aus verschiedenen Eiern eine neue Königin heranzuziehen. Dabei sind sicher auch Eier aus Völkern, von denen man eigentlich keine Nachkommen ziehen möchte, weil der Honigertrag nicht stimmt oder die Völker aggressiv sind oder oder oder. Daher bricht man alle Weiselzellen und damit alle heranwachsenden Königinnen, deren Herkunft man ja nicht kennt. Dann gibt man dem Volk neue Weiselzellen mit Larven aus einem Volk, das der Imker bewusst ausgesucht hat und dessen Eigenschaften er gern vermehren möchte.
Um diese Kontrolle über die Herkunft der Larven zu erhalten, muss man diese eben händisch aus den Waben sammeln und in die Weiselzellen setzen.
In der Kategorie [ Anfänger ] - 2018-06-03 20:34Der Ableger schwächelt
Neulich haben wir einen Ableger aus einer Brutwabe gebildet. Eine gute Woche später waren wir erneut bei unserem Paten und wollten natürlich schauen, wie es dem Ableger geht. Allerdings empfiehlt es sich, das werdende Bienenvolk nicht zu stören, denn es muss ja noch eine neue Königin schaffen. Und damit man durch unbeholfene Eingriffe nichts zerstört, was sich nicht mehr reparieren lässt, wie zum Beispiel eine Weiselzelle, gilt es eben, Ruhe zu bewahren.
Da die Neugier aber sehr groß war, haben wir uns die Beute von außen abgesehen. Alle Völker waren emsig unterwegs, auch die beiden Ableger unseres Paten flogen eifrig aus. Nur an unserer Beute haben wir keine einzige Biene entdeckt. Und das über einen Zeitraum von bestimmt 15 Minuten. Sehr enttäuschend.
Unser Pate hat daraufhin beschlossen, einen vorsichtigen Blick in die Beute zu werfen. Dazu haben wir den Deckel abgehoben, die Folie aber nicht abgenommen. Man konnte auch durch die Folie ganz gut erkennen, dass es noch Leben auf den Waben gab.
Die Erklärung lautete, dass die wenige Bienenmasse, die wir in den Ableger gegeben haben, noch gut aus der Futterwabe versorgt werden kann und somit keine Notwendigkeit besteht, auszufliegen. Eventuell sind die Flugbienen aber auch zurück in das Ursprungsvolk geflogen, denn wir haben den Ableger nicht an einen anderen Stand gebracht. Den genauen Grund kennen wir nicht, aber es war doch etwas tröstlich, dass der Ableger nicht verloren ist.
Sammelbrutableger
Eine weitere Woche später waren wir wieder bei unserem Paten, um einen Sammelbrutableger zu bilden. Das bedeutet, dass nicht die Bienen eines Volkes zu einem neuen Ableger werden, sondern aus mehreren Völkern Waben entnommen werden. Bei der Auswahl geht man nach den gleichen Kriterien vor, nämlich viel, aber noch nicht komplett verdeckelte Brut.
Mit diesem Sammelbrutableger sollen Königinnen gezüchtet werden. Da ich das Prozedere, bei dem darauf ankommt, sich sehr genau an bestimmte Zeiten zu halten, noch nicht ganz verstanden habe, möchte ich dessen Beschreibung auf einen späteren Post verschieben.
Zaghafter Ableger
Auch an diesem Termin hat die Neugier gesiegt und wir haben das Flugloch unseres Ablegers beobachtet. Und es waren tatsächlich einige fliegende Bienen zu beobachten, wenn auch nur sehr, sehr wenige. Dieses Mal hat unser Pate auch einen Blick unter die Folie geworfen, um einen besseren Eindruck des Ablegers zu bekommen. Da nur sehr wenige Flugbienen vorhanden waren, wohl das Futter drohte, zur Neige zu gehen, uns haben wir uns dazu entschlossen, etwas Futtersirup zu geben, damit das Volk nicht verhungert. Es bleibt zu hoffen, dass eine Königin geschaffen werden kann und wir am Ende des Jahres unser erstes eigenes Volk mit nach Hause nehmen können.
In der Kategorie [ Anfänger ] - 2018-05-25 22:00Der erste Ableger
Wegen des anhaltend guten Wetters lud uns unser Imkerpate zur Völkerdurchsicht. Die Hausaufgabe, uns mit der Erstellung von Ablegern zu beschäftigen, hatten wir ja bereits erledigt. Heute sollte dann, wenn ein gutes Spendervolk vorhanden ist, ein Ableger für uns gebildet werden.
Werkzeugkunde
Anfänglich haben wir uns kurz mit unserem Werkzeug beschäftigt, da wir dieses ja noch nie verwendet haben. Den Smoker bekommt man entzündet, indem man ein paar größere Schnipsel Eierkartons entzündet und in den Smoker legt, um dann mit altem, morschen Holz nachzufüllen. Dann kurz brennen lassen, um anschließend den Deckel zu schließen. Das Feuer sollte dann nicht mehr brennen, sondern eher glimmen und unter Luftzufuhr Rauch erzeugen. Sollte es immer weniger Rauch werden, dann kurz nachschauen, ob noch genug Holz vorhanden ist und eventuell nachlegen.
Unser Smoker aus dem Starterkit erwies sich heute als einer der Kategorie viel hilft viel, denn seine Größe erinnerte in Relation zum Smoker unseres Paten eher an eine Feuertonne als an einen Smoker. Aber wenn wir erst mal die Marke mit 100 Völkern geknackt haben, ist eine solche Feuertonne sicher ganz nützlich ;)
Auch unsere Stockmeißel sind anders. Wir haben den normalen, roten Stockmeißel, der an einer Seite längs abgekantet ist, unser Pate verwendet dagegen einen länglichen Meißel, der an einem Ende eine Art Hebel besitzt. Ein Video vergleicht einen ähnlichen Meißel mit unserem Standardmeißel. Bei der Arbeit heute hat uns der Meißel unseres Paten eher zugesagt. Wahrscheinlich werden wir uns daher auch noch solche Meißel zulegen. Mit unseren abgekanteten Meißeln hatten wir nämlich teilweise arge Probleme, die Waben zu ziehen.
Durchsicht
Nach dem Erstkontakt mit dem Werkzeug ging es dann an die Durchsicht. Beim ersten Volk schauten wir unserem Paten zu und lernten, worauf es ankommt. Denn bei der Durchsicht soll zum einen die Stärke des Volks bewertet werden, was von der Größe des Brutnests abhängt. Zum anderen soll auch nach möglichen Schwarmanzeichen gesucht werden.
Das zweite Volk schauten wir unter Beobachtung durch, das dritte, ein sehr schwaches, gingen wir dann schon allein durch. Danach assistierten wir unserem Paten bei einem aggressiven Volk, welches sehr viele Schwarmzellen gebildet hatte und aus welchem er einen Ableger in eine Ablegerkiste bildete. Zusätzlich soll das Volk durch Nachschaffung umgeweiselt werden in der Hoffnung, dass die neue Königin weniger aggressive Nachfahren zieht.
Das letzte Volk war dann wieder ein sehr ruhiges, aber nicht minder starkes. Wir konnten die Waben ziehen, ohne dass die Bienen sich dadurch merklich gestört fühlten. Alle Wabengassen im Brutraum waren besetzt, der Honigraum bereits gut gefüllt. Aus diesem Volk mit den netten Bienen haben wir dann ein Bruträhmchen entnommen und mit einer weiteren halben Brutwabe in unsere eigene Beute gesetzt. Dazu noch eine Wabe mit recht viel Futter. Dann den Deckel drauf und das Flugloch zu. Da war er dann also, unser erster eigener Ableger. Morgen will unser Pate das Flugloch wieder öffnen, und in drei Wochen sollten wir wissen, ob wir unser erstes Bienenvolk in der Kiste haben oder ob bei der Schaffung der Königin etwas schief gegangen ist. Wir sind gespannt.
Drohnenrahmen
Neben der Durchsicht und der Kontrolle auf Schwarmzellen haben wir auch die Drohenrähmchen entnommen. Diese wurden geschnitten, das heißt, der Wabenbau wurde aus dem Rähmchen herausgeschnitten. Die Waben können nun entsorgt oder eingeschmolzen werden.
Die Motivation zu dieser Aktion ist die Varroabekämpfung. Die Varroamilbe ist ein Bienenparasit. Sie sitzt besonders gern auf Drohnen und ebenfalls besonders gern auf der Brut. Daher ist die Entfernung der Drohnenbrut ein gutes Mittel, um den Varroabefall eines Volkes möglichst niedrig zu halten. Zum Thema Varroa werden wir aber sicher noch einen eigenen Beitrag erstellen.
In der Kategorie [ Anfänger ] - 2018-05-06 19:07Was bisher geschah
Wir stehen am Beginn unseres Imkerdaseins. Wenn man keinerlei Erfahrung hat, hat man natürlich auch keine wirkliche Idee, wie man anfangen soll. Als Einstieg haben wir uns daher an einen befreundeten Imker gewandt. Dieser machte uns das Angebot, ein Jahr bei ihm “in die Lehre” zu gehen. Wir begleiten ihn bei allen Tätigkeiten während eines Bienenjahres und können uns während dessen auch schon einen eigenen Ableger bilden. Super Sache, haben wir uns gedacht, und in diesem Jahr ist es nun soweit. Es geht los!
Vorbereitungen
Unsere erste Aktion als werdende Imker war die Bestellung von Kleidung und Material. Aus Mangel an Erfahrung und Angst vor panischen, weil eingesperrten Bienen haben wir uns für Overalls entschieden. Dazu haben wir Smoker, Stockmeißel und Handschuhe bestellt. Da wir beabsichtigen, einen Ableger zu bilden, haben wir auch eine Beute gekauft. Diese besteht aus Boden (mit Fluglochkeil und Windel), Deckel mit Zinkblechhaube, Zargen, Rähmchen, Mittelwänden.
Während unsere theoretischen Studien erschien uns das Rähmchenmaß Zander als das beste. Da unser Imkerpate allerdings Deutsch Normal verwendet, haben wir uns erst einmal für dieses Maß entschieden. Als einen großen Vorteil pries er an, das volle Honigzargen im Maß Deutsch Normal einige Kilo leichter sind als volle Zanderzargen. Ein weiterer Vorteil ist, dass man sich in Zeiten großer Not mit Material vom Nachbarimker aushelfen kann.
Wir haben recht schnell gelernt, dass es nicht den Königsweg in der Imkerei gibt. Es wird viel probiert, getestet, versucht, verworfen und neu probiert. Daher folgen wir erst einmal der Empfehlung des Paten, werden aber unsere eigenen Erfahrungen mit dem Rähmchenmaß sammeln und sehen, ob wir treu bleiben oder vielleicht doch auf ein anderes Maß wechseln.
Bei den Beuten haben wir uns für Liebig-Einfachbeuten mit 10 Rähmchen im Kaltbau aus Weymouth-Kiefer entschieden. Als Bausatz kann man ein paar Euro sparen, und für die ungeduldigen Neuimker war so auch schon ein Betätigungsfeld im Winter gefunden.
Mit einer Zarge als Vorlage haben wir somit nach Erhalt des Materials die Beuten zusammengebaut und mit einer netten grünen Lasur versehen, um sie etwas vor Wind und Wetter zu schützen. Auch die rückstandsfreien Mittelwände haben wir (bis auf ein Rähmchen) eingelötet.
Neben dem Material haben wir uns auch um die soziale Komponente der Imkerei gekümmert: wir sind dem lokalen Imkerverein beigetreten. Der Austausch innerhalb des Vereins ist sicherlich eine sehr bereichernde Komponente für Neuimker.
Das Bienenjahr beginnt
Anfang März hatten wir dann unserem ersten Einsatz bei unserem Imkerpaten. Es war eine sonnige Woche mit ungewöhnlich hohen Temperaturen, und unser Pate hat uns zum Zargentausch eingeladen. Dabei wurde von jedem Volk die untere Zarge abgenommen, die darauf aufsitzende Zarge wurde dann zur unteren Zarge. Auf diese neue untere Zarge wurde eine neue Zarge mit geschleuderten Mittelwänden aufgesetzt. Die Bienen aus der alten unteren Zarge wurde in die neu aufgesetzte obere Zarge gefegt, große Futtervorräte wurden ebenfalls umgehängt. Aber die meisten Waben hatten weder viel Futter noch viel Brut und wurden einfach entnommen.
Der Sinn dieser Aktion ist, altes Wabenmaterial aus dem Stock zu entfernen. Man nennt das wohl Wabenhygiene. Aber dazu später in einem eigenen Beitrag mehr.
Honigräume
Vor gar nicht allzu langer Zeit waren wir Mitte April zum zweiten Einsatz bei unserem Paten. Bei sonnigem Wetter und explodierender Blüte mussten die Honigräume aufgesetzt werden, damit die Bienen Platz haben, um sich zu entwickeln. Diese Tätigkeit ging schnell von der Hand. Deckel ab, kurz schauen, wie viele Wabengassen mit Bienen besetzt sind, dann das Absperrgitter auflegen und eine Honigzarge aufsetzen.
Das Absperrgitter verhindert, dass die Königin in den Honigraum gelangt, denn die Königin ist größer als die Arbeiterinnen und passt nicht durch das Gitter. Somit hat man beim Schleudern keine Brut in den Honigwaben.
Nun warten wir auf den nächsten Termin. Bei dem wird es wohl um Ableger und Drohnenrähmchen gehen.
In der Kategorie [ Anfänger ] - 2018-04-29 20:54
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