Der Ableger schwächelt

Neulich haben wir einen Ableger aus einer Brutwabe gebildet. Eine gute Woche später waren wir erneut bei unserem Paten und wollten natürlich schauen, wie es dem Ableger geht. Allerdings empfiehlt es sich, das werdende Bienenvolk nicht zu stören, denn es muss ja noch eine neue Königin schaffen. Und damit man durch unbeholfene Eingriffe nichts zerstört, was sich nicht mehr reparieren lässt, wie zum Beispiel eine Weiselzelle, gilt es eben, Ruhe zu bewahren.

Da die Neugier aber sehr groß war, haben wir uns die Beute von außen abgesehen. Alle Völker waren emsig unterwegs, auch die beiden Ableger unseres Paten flogen eifrig aus. Nur an unserer Beute haben wir keine einzige Biene entdeckt. Und das über einen Zeitraum von bestimmt 15 Minuten. Sehr enttäuschend.

Unser Pate hat daraufhin beschlossen, einen vorsichtigen Blick in die Beute zu werfen. Dazu haben wir den Deckel abgehoben, die Folie aber nicht abgenommen. Man konnte auch durch die Folie ganz gut erkennen, dass es noch Leben auf den Waben gab.

Die Erklärung lautete, dass die wenige Bienenmasse, die wir in den Ableger gegeben haben, noch gut aus der Futterwabe versorgt werden kann und somit keine Notwendigkeit besteht, auszufliegen. Eventuell sind die Flugbienen aber auch zurück in das Ursprungsvolk geflogen, denn wir haben den Ableger nicht an einen anderen Stand gebracht. Den genauen Grund kennen wir nicht, aber es war doch etwas tröstlich, dass der Ableger nicht verloren ist.

Sammelbrutableger

Eine weitere Woche später waren wir wieder bei unserem Paten, um einen Sammelbrutableger zu bilden. Das bedeutet, dass nicht die Bienen eines Volkes zu einem neuen Ableger werden, sondern aus mehreren Völkern Waben entnommen werden. Bei der Auswahl geht man nach den gleichen Kriterien vor, nämlich viel, aber noch nicht komplett verdeckelte Brut.

Mit diesem Sammelbrutableger sollen Königinnen gezüchtet werden. Da ich das Prozedere, bei dem darauf ankommt, sich sehr genau an bestimmte Zeiten zu halten, noch nicht ganz verstanden habe, möchte ich dessen Beschreibung auf einen späteren Post verschieben.

Zaghafter Ableger

Auch an diesem Termin hat die Neugier gesiegt und wir haben das Flugloch unseres Ablegers beobachtet. Und es waren tatsächlich einige fliegende Bienen zu beobachten, wenn auch nur sehr, sehr wenige. Dieses Mal hat unser Pate auch einen Blick unter die Folie geworfen, um einen besseren Eindruck des Ablegers zu bekommen. Da nur sehr wenige Flugbienen vorhanden waren, wohl das Futter drohte, zur Neige zu gehen, uns haben wir uns dazu entschlossen, etwas Futtersirup zu geben, damit das Volk nicht verhungert. Es bleibt zu hoffen, dass eine Königin geschaffen werden kann und wir am Ende des Jahres unser erstes eigenes Volk mit nach Hause nehmen können.