Der erste Ableger

Wegen des anhaltend guten Wetters lud uns unser Imkerpate zur Völkerdurchsicht. Die Hausaufgabe, uns mit der Erstellung von Ablegern zu beschäftigen, hatten wir ja bereits erledigt. Heute sollte dann, wenn ein gutes Spendervolk vorhanden ist, ein Ableger für uns gebildet werden.

Werkzeugkunde

Anfänglich haben wir uns kurz mit unserem Werkzeug beschäftigt, da wir dieses ja noch nie verwendet haben. Den Smoker bekommt man entzündet, indem man ein paar größere Schnipsel Eierkartons entzündet und in den Smoker legt, um dann mit altem, morschen Holz nachzufüllen. Dann kurz brennen lassen, um anschließend den Deckel zu schließen. Das Feuer sollte dann nicht mehr brennen, sondern eher glimmen und unter Luftzufuhr Rauch erzeugen. Sollte es immer weniger Rauch werden, dann kurz nachschauen, ob noch genug Holz vorhanden ist und eventuell nachlegen.

Unser Smoker aus dem Starterkit erwies sich heute als einer der Kategorie viel hilft viel, denn seine Größe erinnerte in Relation zum Smoker unseres Paten eher an eine Feuertonne als an einen Smoker. Aber wenn wir erst mal die Marke mit 100 Völkern geknackt haben, ist eine solche Feuertonne sicher ganz nützlich ;)

Auch unsere Stockmeißel sind anders. Wir haben den normalen, roten Stockmeißel, der an einer Seite längs abgekantet ist, unser Pate verwendet dagegen einen länglichen Meißel, der an einem Ende eine Art Hebel besitzt. Ein Video vergleicht einen ähnlichen Meißel mit unserem Standardmeißel. Bei der Arbeit heute hat uns der Meißel unseres Paten eher zugesagt. Wahrscheinlich werden wir uns daher auch noch solche Meißel zulegen. Mit unseren abgekanteten Meißeln hatten wir nämlich teilweise arge Probleme, die Waben zu ziehen.

Durchsicht

Nach dem Erstkontakt mit dem Werkzeug ging es dann an die Durchsicht. Beim ersten Volk schauten wir unserem Paten zu und lernten, worauf es ankommt. Denn bei der Durchsicht soll zum einen die Stärke des Volks bewertet werden, was von der Größe des Brutnests abhängt. Zum anderen soll auch nach möglichen Schwarmanzeichen gesucht werden.

Das zweite Volk schauten wir unter Beobachtung durch, das dritte, ein sehr schwaches, gingen wir dann schon allein durch. Danach assistierten wir unserem Paten bei einem aggressiven Volk, welches sehr viele Schwarmzellen gebildet hatte und aus welchem er einen Ableger in eine Ablegerkiste bildete. Zusätzlich soll das Volk durch Nachschaffung umgeweiselt werden in der Hoffnung, dass die neue Königin weniger aggressive Nachfahren zieht.

Das letzte Volk war dann wieder ein sehr ruhiges, aber nicht minder starkes. Wir konnten die Waben ziehen, ohne dass die Bienen sich dadurch merklich gestört fühlten. Alle Wabengassen im Brutraum waren besetzt, der Honigraum bereits gut gefüllt. Aus diesem Volk mit den netten Bienen haben wir dann ein Bruträhmchen entnommen und mit einer weiteren halben Brutwabe in unsere eigene Beute gesetzt. Dazu noch eine Wabe mit recht viel Futter. Dann den Deckel drauf und das Flugloch zu. Da war er dann also, unser erster eigener Ableger. Morgen will unser Pate das Flugloch wieder öffnen, und in drei Wochen sollten wir wissen, ob wir unser erstes Bienenvolk in der Kiste haben oder ob bei der Schaffung der Königin etwas schief gegangen ist. Wir sind gespannt.

Drohnenrahmen

Neben der Durchsicht und der Kontrolle auf Schwarmzellen haben wir auch die Drohenrähmchen entnommen. Diese wurden geschnitten, das heißt, der Wabenbau wurde aus dem Rähmchen herausgeschnitten. Die Waben können nun entsorgt oder eingeschmolzen werden.

Die Motivation zu dieser Aktion ist die Varroabekämpfung. Die Varroamilbe ist ein Bienenparasit. Sie sitzt besonders gern auf Drohnen und ebenfalls besonders gern auf der Brut. Daher ist die Entfernung der Drohnenbrut ein gutes Mittel, um den Varroabefall eines Volkes möglichst niedrig zu halten. Zum Thema Varroa werden wir aber sicher noch einen eigenen Beitrag erstellen.