Schlechtes Jahr für Königinnen
Terminlich stand heute das Käfigen der Königinnen auf dem Zuchtrahmen an. In dieses Rahmen hatten wir ja von einigen Tagen ganz junge Maden gepackt, damit das Patenvolk daraus Weiselzellen macht. Diese Weiselzellen sollten heute mit Käfigen versehen werden, damit die erste geschlüpfte Königin nicht alle anderen Königinnen zerstört.
Leider bot sich beim Anblick des Zuchtrahmens ein etwas ernüchternder Anblick. Nur zwei Zellen waren verschlossen, und diese Verschlüsse sahen eher nach Wildbau als nach Weiselzellen aus. Da wir aber nicht feststellen konnten, ob nicht doch eine Königin in der Zelle war, haben wir den Wildbau auf Käfiggröße zurückgeschnitten und dann zwei Käfige angebracht. Die Hoffnung, dass es zumindest zwei Königinnen gibt, ist noch nicht ganz aufgegeben. Aber wir freunden uns bereits mit dem Gedanken an, dass der Termin auf der Belegstelle am kommenden Sonntag eher eine Besichtigung wird.
Dass es ein schwieriges Jahr für Koniginnen ist, hat sich bei der Durchsicht der Ableger bestätigt. Nur einer der drei Ableger hat eine begattete Königin, die nun in Eilage ist. Unser Ableger ist leider noch immer weisellos. Und da wir auch nur wenig Hoffnung haben, aus dem Zuchtrahmen eine Königin zu bekommen, haben wir heute aus einem ertragsstarken und sehr ruhigen Volk erneut eine Brutwabe mit kleinen Maden entnommen und in unseren Ableger gehängt. Vielleicht klappt es ja im zweiten Anlauf.
In der Kategorie [ Anfänger ] - 2018-06-07 19:33Der Ableger schwächelt
Neulich haben wir einen Ableger aus einer Brutwabe gebildet. Eine gute Woche später waren wir erneut bei unserem Paten und wollten natürlich schauen, wie es dem Ableger geht. Allerdings empfiehlt es sich, das werdende Bienenvolk nicht zu stören, denn es muss ja noch eine neue Königin schaffen. Und damit man durch unbeholfene Eingriffe nichts zerstört, was sich nicht mehr reparieren lässt, wie zum Beispiel eine Weiselzelle, gilt es eben, Ruhe zu bewahren.
Da die Neugier aber sehr groß war, haben wir uns die Beute von außen abgesehen. Alle Völker waren emsig unterwegs, auch die beiden Ableger unseres Paten flogen eifrig aus. Nur an unserer Beute haben wir keine einzige Biene entdeckt. Und das über einen Zeitraum von bestimmt 15 Minuten. Sehr enttäuschend.
Unser Pate hat daraufhin beschlossen, einen vorsichtigen Blick in die Beute zu werfen. Dazu haben wir den Deckel abgehoben, die Folie aber nicht abgenommen. Man konnte auch durch die Folie ganz gut erkennen, dass es noch Leben auf den Waben gab.
Die Erklärung lautete, dass die wenige Bienenmasse, die wir in den Ableger gegeben haben, noch gut aus der Futterwabe versorgt werden kann und somit keine Notwendigkeit besteht, auszufliegen. Eventuell sind die Flugbienen aber auch zurück in das Ursprungsvolk geflogen, denn wir haben den Ableger nicht an einen anderen Stand gebracht. Den genauen Grund kennen wir nicht, aber es war doch etwas tröstlich, dass der Ableger nicht verloren ist.
Sammelbrutableger
Eine weitere Woche später waren wir wieder bei unserem Paten, um einen Sammelbrutableger zu bilden. Das bedeutet, dass nicht die Bienen eines Volkes zu einem neuen Ableger werden, sondern aus mehreren Völkern Waben entnommen werden. Bei der Auswahl geht man nach den gleichen Kriterien vor, nämlich viel, aber noch nicht komplett verdeckelte Brut.
Mit diesem Sammelbrutableger sollen Königinnen gezüchtet werden. Da ich das Prozedere, bei dem darauf ankommt, sich sehr genau an bestimmte Zeiten zu halten, noch nicht ganz verstanden habe, möchte ich dessen Beschreibung auf einen späteren Post verschieben.
Zaghafter Ableger
Auch an diesem Termin hat die Neugier gesiegt und wir haben das Flugloch unseres Ablegers beobachtet. Und es waren tatsächlich einige fliegende Bienen zu beobachten, wenn auch nur sehr, sehr wenige. Dieses Mal hat unser Pate auch einen Blick unter die Folie geworfen, um einen besseren Eindruck des Ablegers zu bekommen. Da nur sehr wenige Flugbienen vorhanden waren, wohl das Futter drohte, zur Neige zu gehen, uns haben wir uns dazu entschlossen, etwas Futtersirup zu geben, damit das Volk nicht verhungert. Es bleibt zu hoffen, dass eine Königin geschaffen werden kann und wir am Ende des Jahres unser erstes eigenes Volk mit nach Hause nehmen können.
In der Kategorie [ Anfänger ] - 2018-05-25 22:00Der erste Ableger
Wegen des anhaltend guten Wetters lud uns unser Imkerpate zur Völkerdurchsicht. Die Hausaufgabe, uns mit der Erstellung von Ablegern zu beschäftigen, hatten wir ja bereits erledigt. Heute sollte dann, wenn ein gutes Spendervolk vorhanden ist, ein Ableger für uns gebildet werden.
Werkzeugkunde
Anfänglich haben wir uns kurz mit unserem Werkzeug beschäftigt, da wir dieses ja noch nie verwendet haben. Den Smoker bekommt man entzündet, indem man ein paar größere Schnipsel Eierkartons entzündet und in den Smoker legt, um dann mit altem, morschen Holz nachzufüllen. Dann kurz brennen lassen, um anschließend den Deckel zu schließen. Das Feuer sollte dann nicht mehr brennen, sondern eher glimmen und unter Luftzufuhr Rauch erzeugen. Sollte es immer weniger Rauch werden, dann kurz nachschauen, ob noch genug Holz vorhanden ist und eventuell nachlegen.
Unser Smoker aus dem Starterkit erwies sich heute als einer der Kategorie viel hilft viel, denn seine Größe erinnerte in Relation zum Smoker unseres Paten eher an eine Feuertonne als an einen Smoker. Aber wenn wir erst mal die Marke mit 100 Völkern geknackt haben, ist eine solche Feuertonne sicher ganz nützlich ;)
Auch unsere Stockmeißel sind anders. Wir haben den normalen, roten Stockmeißel, der an einer Seite längs abgekantet ist, unser Pate verwendet dagegen einen länglichen Meißel, der an einem Ende eine Art Hebel besitzt. Ein Video vergleicht einen ähnlichen Meißel mit unserem Standardmeißel. Bei der Arbeit heute hat uns der Meißel unseres Paten eher zugesagt. Wahrscheinlich werden wir uns daher auch noch solche Meißel zulegen. Mit unseren abgekanteten Meißeln hatten wir nämlich teilweise arge Probleme, die Waben zu ziehen.
Durchsicht
Nach dem Erstkontakt mit dem Werkzeug ging es dann an die Durchsicht. Beim ersten Volk schauten wir unserem Paten zu und lernten, worauf es ankommt. Denn bei der Durchsicht soll zum einen die Stärke des Volks bewertet werden, was von der Größe des Brutnests abhängt. Zum anderen soll auch nach möglichen Schwarmanzeichen gesucht werden.
Das zweite Volk schauten wir unter Beobachtung durch, das dritte, ein sehr schwaches, gingen wir dann schon allein durch. Danach assistierten wir unserem Paten bei einem aggressiven Volk, welches sehr viele Schwarmzellen gebildet hatte und aus welchem er einen Ableger in eine Ablegerkiste bildete. Zusätzlich soll das Volk durch Nachschaffung umgeweiselt werden in der Hoffnung, dass die neue Königin weniger aggressive Nachfahren zieht.
Das letzte Volk war dann wieder ein sehr ruhiges, aber nicht minder starkes. Wir konnten die Waben ziehen, ohne dass die Bienen sich dadurch merklich gestört fühlten. Alle Wabengassen im Brutraum waren besetzt, der Honigraum bereits gut gefüllt. Aus diesem Volk mit den netten Bienen haben wir dann ein Bruträhmchen entnommen und mit einer weiteren halben Brutwabe in unsere eigene Beute gesetzt. Dazu noch eine Wabe mit recht viel Futter. Dann den Deckel drauf und das Flugloch zu. Da war er dann also, unser erster eigener Ableger. Morgen will unser Pate das Flugloch wieder öffnen, und in drei Wochen sollten wir wissen, ob wir unser erstes Bienenvolk in der Kiste haben oder ob bei der Schaffung der Königin etwas schief gegangen ist. Wir sind gespannt.
Drohnenrahmen
Neben der Durchsicht und der Kontrolle auf Schwarmzellen haben wir auch die Drohenrähmchen entnommen. Diese wurden geschnitten, das heißt, der Wabenbau wurde aus dem Rähmchen herausgeschnitten. Die Waben können nun entsorgt oder eingeschmolzen werden.
Die Motivation zu dieser Aktion ist die Varroabekämpfung. Die Varroamilbe ist ein Bienenparasit. Sie sitzt besonders gern auf Drohnen und ebenfalls besonders gern auf der Brut. Daher ist die Entfernung der Drohnenbrut ein gutes Mittel, um den Varroabefall eines Volkes möglichst niedrig zu halten. Zum Thema Varroa werden wir aber sicher noch einen eigenen Beitrag erstellen.
In der Kategorie [ Anfänger ] - 2018-05-06 19:07Wie bildet man einen Ableger
Unser Bienenpate hat uns die Hausaufgabe mitgegeben, uns über die Bildung von Ablegern zu informieren. Wir sollen uns eine Methode aussuchen, um unseren ersten eigenen Ableger zu bilden. Einschränkung ist, dass dies ohne Aufsetzen auf und Absperren von anderen Völkern funktioniert.
Als Ableger bezeichnet man in der Imkerei ein neues Volk, welches man aus einem bestehenden Volk bildet, also ganz ähnlich zum Ziehen von Ablegen bei Pflanzen, um diese zu vermehren. Im Folgenden wollen wir einige der gefunden Arten, einen Ableger zu bilden, beschreiben.
Ableger aus einer Wabe, Brutableger
Die Bienenwissenschaftlerin Dr. Pia Aumeier postuliert die Methode “Eine Wabe ergibt ein Volk“. Hierbei wird eine gut gefüllte, aber noch nicht vollständig verdeckelte Brutwabe mitsamt der ansitzenden Bienen entnommen und in eine neue Zarge an die Wand gehängt. Daneben eine Mittelwand, dann eine Futterwabe. Der Ableger muss 3 km entfernt aufgestellt werden, damit die Bienen nicht in das Muttervolk zurückkehren. Dabei sollte das Flugloch bis auf die Breite von einer Biene verschlossen werden. So kann das neue Volk die nächsten vier Wochen allein verbringen.
In Schwarmstimmung treiben
Diese Methode wird unter anderem vom Imkereiverein Eschen-Nendeln beschrieben. Die Idee ist, durch unterlassene imkerliche Eingriffe das Volk in Schwarmstimmung zu bringen. Sobald Weiselzellen auf einer Wabe zu finden sind, wird diese Wabe zusammen mit einer Brutwabe und einigen Bienen aus dem Volk entfernt und in eine neue Beute eingesetzt. Dieser Vorgang ist ähnlich dem Ableger aus einer Wabe, nur werden hier Waben mit bereits gebildeten Weiselzellen verwendet.
Weiselzellen oder auch Nachschaffungszellen sind etwas größere Brutzellen, in denen das Volk eine Königin statt einer Arbeiterin oder einer Drohne heranzüchtet.
Kunstschwarm
Der Landesverband Badischer Imker hat eine ausführliche Anleitung zur Bildung von Kunstschwärmen. Diese Methode wird nach der Sommersonnenwende am 21. Juni angewendet. Man schüttet etwa 1,5 bis 2 kg Bienen in eine Kiste, muss dabei aber darauf achten, dass die Königin nicht dabei ist. Die Kiste wird an einen kühlen, dunklen Ort gestellt. Dort wird mit Zuckerwasser gefüttert. Nach einigen Stunden wird eine neue Königin zugesetzt. Nach drei Tagen wird das neue Volk in eine Beute mit Mittelwänden eingeschlagen.
Treibling
Der Treibling (Anleitung bei beeventure) ist ein weiteres Verfahren, bei dem eine fremde Königin eingesetzt wird. Geschleuderte Honigwaben werden in einem zweiten Honigraum aufgesetzt, um Bienen zur Reinigung der Waben anzulocken. Nach etwa einem Tag wird die Beute komplett gekippt und durch den Einsatz von Rauch werden Bienen in die oberen Zargen getrieben. Daher der Name des Verfahrens. Nun wird die oberste Zarge auf einen eigenen Boden gestellt, die Königin hinzugesetzt und mit einem Deckel verschlossen. Nach einem Tag kann das Flugloch geöffnet werden.
Unsere Wahl
Wir haben einige Verfahren gefunden, die sich aus meiner Sicht in zwei Kategorien aufteilen lassen: Eigengeschaffte oder zugesetzte Königin. Da wir noch am Anfang unserer Imkertätigkeit sind, möchten wir natürlich möglichst viele Prozesse und Vorgänge innerhalb eines Bienenvolks kennenlernen. Daher haben wir uns für das Selbstschaffen der Königin entschieden. Und da wir nichts auf andere Völker aufsetzen sollen, versuchen wir uns mit dem Ableger aus einer Wabe. Wir werden berichten…
Noch ein paar Links
Der Imkerpate hat seine Erfahrungen mit der Vorgehensweise von Pia Aumeier beschrieben. Bei Beeventure findet man viele Begriffe rund um die Ablegerbildung ausführlich erklärt. Dazu gibt es noch zwei informative Dokumente im PDF von bienenundnatur und der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau.
In der Kategorie [ Wissen ] - 2018-04-29 21:04
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