1. Königinnenzucht

    Wir waren vor einigen Tagen wieder bei unserem Imkerpaten, um den nächsten Schritt der Königinnenzucht zu vollziehen. Wir hatten bereits vor einigen Tagen einen Sammelbrutableger gebildet, und nach der Berechnung unseres Paten stand nun das Brechen der vorhandenen Weiselzellen sowie das Besetzen der künstlichen Weiselzellen mit Larven an. Dazu wurde das Volk Wabe für Wabe durchgesehen, um auch ja keine Weiselzelle zu übersehen. Warum, werde ich gleich noch erklären.

    Nach der gründlichen Durchsicht haben wir aus einem anderen Volk, dessen Verhalten und Honigertrag den Ansprüchen unseres Imkerpaten genügte, eine Wabe entnommen, auf der noch sehr junge Larven zu finden waren. Diese möglichst jungen und daher noch sehr winzigen Larven wurden mit Hilfe eines Umlarvlöffels aus den Zellen entnommen und in künstliche Weiselzellen gesetzt. Dazu gibt es ein spezielles Rähmchen, auf dem acht dieser künstlichen Weiselzellen Platz finden. Dieses Rähmchen wurde dann in den Sammelbrutableger eingesetzt, damit die Larven von den Bienen dort versorgt werden. Die Spenderwabe ging zurück in das Volk, aus dem sie entnommen wurde.

    Sind die Weiselzellen später verdeckelt, wird ein spezieller Käfig über die Zellen gestülpt, sodass die Königinnen, wenn sie schlüpfen, eingesperrt sind. Dies ist deshalb wichtig, da die erste neu geschlüpfte Königin andernfalls die übrigen Weiselzellen zerstören und die anderen Königinnen abstechen würde. Daher ist es auch wichtig, dass im Volk selbst keine Königin vorhanden ist, da diese sonst alle Bemühungen zunichte machen könnte. Eine übersehene und nicht gebrochene Weiselzelle aus dem Sammelbrutableger, und die Königinnenzucht schlägt fehl.

    Motivation

    Aber warum dieses komplizierte Vorgehen? Nun, in einem Sammelbrutableger hat man Brutwaben verschiedener Völker. Das zusammengewürfelte Volk versucht, aus verschiedenen Eiern eine neue Königin heranzuziehen. Dabei sind sicher auch Eier aus Völkern, von denen man eigentlich keine Nachkommen ziehen möchte, weil der Honigertrag nicht stimmt oder die Völker aggressiv sind oder oder oder. Daher bricht man alle Weiselzellen und damit alle heranwachsenden Königinnen, deren Herkunft man ja nicht kennt. Dann gibt man dem Volk neue Weiselzellen mit Larven aus einem Volk, das der Imker bewusst ausgesucht hat und dessen Eigenschaften er gern vermehren möchte.

    Um diese Kontrolle über die Herkunft der Larven zu erhalten, muss man diese eben händisch aus den Waben sammeln und in die Weiselzellen setzen.

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  2. Der Ableger schwächelt

    Neulich haben wir einen Ableger aus einer Brutwabe gebildet. Eine gute Woche später waren wir erneut bei unserem Paten und wollten natürlich schauen, wie es dem Ableger geht. Allerdings empfiehlt es sich, das werdende Bienenvolk nicht zu stören, denn es muss ja noch eine neue Königin schaffen. Und damit man durch unbeholfene Eingriffe nichts zerstört, was sich nicht mehr reparieren lässt, wie zum Beispiel eine Weiselzelle, gilt es eben, Ruhe zu bewahren.

    Da die Neugier aber sehr groß war, haben wir uns die Beute von außen abgesehen. Alle Völker waren emsig unterwegs, auch die beiden Ableger unseres Paten flogen eifrig aus. Nur an unserer Beute haben wir keine einzige Biene entdeckt. Und das über einen Zeitraum von bestimmt 15 Minuten. Sehr enttäuschend.

    Unser Pate hat daraufhin beschlossen, einen vorsichtigen Blick in die Beute zu werfen. Dazu haben wir den Deckel abgehoben, die Folie aber nicht abgenommen. Man konnte auch durch die Folie ganz gut erkennen, dass es noch Leben auf den Waben gab.

    Die Erklärung lautete, dass die wenige Bienenmasse, die wir in den Ableger gegeben haben, noch gut aus der Futterwabe versorgt werden kann und somit keine Notwendigkeit besteht, auszufliegen. Eventuell sind die Flugbienen aber auch zurück in das Ursprungsvolk geflogen, denn wir haben den Ableger nicht an einen anderen Stand gebracht. Den genauen Grund kennen wir nicht, aber es war doch etwas tröstlich, dass der Ableger nicht verloren ist.

    Sammelbrutableger

    Eine weitere Woche später waren wir wieder bei unserem Paten, um einen Sammelbrutableger zu bilden. Das bedeutet, dass nicht die Bienen eines Volkes zu einem neuen Ableger werden, sondern aus mehreren Völkern Waben entnommen werden. Bei der Auswahl geht man nach den gleichen Kriterien vor, nämlich viel, aber noch nicht komplett verdeckelte Brut.

    Mit diesem Sammelbrutableger sollen Königinnen gezüchtet werden. Da ich das Prozedere, bei dem darauf ankommt, sich sehr genau an bestimmte Zeiten zu halten, noch nicht ganz verstanden habe, möchte ich dessen Beschreibung auf einen späteren Post verschieben.

    Zaghafter Ableger

    Auch an diesem Termin hat die Neugier gesiegt und wir haben das Flugloch unseres Ablegers beobachtet. Und es waren tatsächlich einige fliegende Bienen zu beobachten, wenn auch nur sehr, sehr wenige. Dieses Mal hat unser Pate auch einen Blick unter die Folie geworfen, um einen besseren Eindruck des Ablegers zu bekommen. Da nur sehr wenige Flugbienen vorhanden waren, wohl das Futter drohte, zur Neige zu gehen, uns haben wir uns dazu entschlossen, etwas Futtersirup zu geben, damit das Volk nicht verhungert. Es bleibt zu hoffen, dass eine Königin geschaffen werden kann und wir am Ende des Jahres unser erstes eigenes Volk mit nach Hause nehmen können.

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  3. Wie bildet man einen Ableger

    Unser Bienenpate hat uns die Hausaufgabe mitgegeben, uns über die Bildung von Ablegern zu informieren. Wir sollen uns eine Methode aussuchen, um unseren ersten eigenen Ableger zu bilden. Einschränkung ist, dass dies ohne Aufsetzen auf und Absperren von anderen Völkern funktioniert.

    Als Ableger bezeichnet man in der Imkerei ein neues Volk, welches man aus einem bestehenden Volk bildet, also ganz ähnlich zum Ziehen von Ablegen bei Pflanzen, um diese zu vermehren. Im Folgenden wollen wir einige der gefunden Arten, einen Ableger zu bilden, beschreiben.

    Ableger aus einer Wabe, Brutableger

    Die Bienenwissenschaftlerin Dr. Pia Aumeier postuliert die Methode “Eine Wabe ergibt ein Volk“. Hierbei wird eine gut gefüllte, aber noch nicht vollständig verdeckelte Brutwabe mitsamt der ansitzenden Bienen entnommen und in eine neue Zarge an die Wand gehängt. Daneben eine Mittelwand, dann eine Futterwabe. Der Ableger muss 3 km entfernt aufgestellt werden, damit die Bienen nicht in das Muttervolk zurückkehren. Dabei sollte das Flugloch bis auf die Breite von einer Biene verschlossen werden. So kann das neue Volk die nächsten vier Wochen allein verbringen.

    In Schwarmstimmung treiben

    Diese Methode wird unter anderem vom Imkereiverein Eschen-Nendeln beschrieben. Die Idee ist, durch unterlassene imkerliche Eingriffe das Volk in Schwarmstimmung zu bringen. Sobald Weiselzellen auf einer Wabe zu finden sind, wird diese Wabe zusammen mit einer Brutwabe und einigen Bienen aus dem Volk entfernt und in eine neue Beute eingesetzt. Dieser Vorgang ist ähnlich dem Ableger aus einer Wabe, nur werden hier Waben mit bereits gebildeten Weiselzellen verwendet.

    Weiselzellen oder auch Nachschaffungszellen sind etwas größere Brutzellen, in denen das Volk eine Königin statt einer Arbeiterin oder einer Drohne heranzüchtet.

    Kunstschwarm

    Der Landesverband Badischer Imker hat eine ausführliche Anleitung zur Bildung von Kunstschwärmen. Diese Methode wird nach der Sommersonnenwende am 21. Juni angewendet. Man schüttet etwa 1,5 bis 2 kg Bienen in eine Kiste, muss dabei aber darauf achten, dass die Königin nicht dabei ist. Die Kiste wird an einen kühlen, dunklen Ort gestellt. Dort wird mit Zuckerwasser gefüttert. Nach einigen Stunden wird eine neue Königin zugesetzt. Nach drei Tagen wird das neue Volk in eine Beute mit Mittelwänden eingeschlagen.

    Treibling

    Der Treibling (Anleitung bei beeventure) ist ein weiteres Verfahren, bei dem eine fremde Königin eingesetzt wird. Geschleuderte Honigwaben werden in einem zweiten Honigraum aufgesetzt, um Bienen zur Reinigung der Waben anzulocken. Nach etwa einem Tag wird die Beute komplett gekippt und durch den Einsatz von Rauch werden Bienen in die oberen Zargen getrieben. Daher der Name des Verfahrens. Nun wird die oberste Zarge auf einen eigenen Boden gestellt, die Königin hinzugesetzt und mit einem Deckel verschlossen. Nach einem Tag kann das Flugloch geöffnet werden.

    Unsere Wahl

    Wir haben einige Verfahren gefunden, die sich aus meiner Sicht in zwei Kategorien aufteilen lassen: Eigengeschaffte oder zugesetzte Königin. Da wir noch am Anfang unserer Imkertätigkeit sind, möchten wir natürlich möglichst viele Prozesse und Vorgänge innerhalb eines Bienenvolks kennenlernen. Daher haben wir uns für das Selbstschaffen der Königin entschieden. Und da wir nichts auf andere Völker aufsetzen sollen, versuchen wir uns mit dem Ableger aus einer Wabe. Wir werden berichten…

    Noch ein paar Links

    Der Imkerpate hat seine Erfahrungen mit der Vorgehensweise von Pia Aumeier beschrieben. Bei Beeventure findet man viele Begriffe rund um die Ablegerbildung ausführlich erklärt. Dazu gibt es noch zwei informative Dokumente im PDF von bienenundnatur und der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau.

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